
Foto:
Bernhard Veit
zu den Heiligen
in die
RACHTIGER PFARRKIRCHE
St. MARIEN
Wiederbelebung
Pastor Johann Peter Glesius, Deutschordenspriester und
Pfarrer in Rachtig in der Zeit von 1722 bis 1757 war nicht nur Erbauer der
Pfarrkirche mit Turm, des Pfarrhauses
und Gründer vieler wichtiger Einrichtungen für die Jugend, sondern er
hatte auch einen Blick für alles Edle und Schöne der Barockzeit. Dies zeigt
sich heute noch an vielen Einrichtungsgegenständen, wie der Kanzel, der Kommunionbank,
der Empore und der König-Orgel aus 1739, die meisten der Heiligenfiguren und
vieles mehr.
Verständlicherweise sind die prächtigen Figuren mittlerweile
„in die Jahre“ gekommen und bedürfen einer grundlegenden fachlichen
Restaurierung.
Neues Projekt: Die
Heiligen in der Rachtiger Pfarrkirche
Nach Altarinsel, Ausmalung, Sicherheitsmaßnahmen im Turm und
Kirchenschiff, Fenstern und Türen, Erneuerung
der Orgel und Erweiterung der Empore steht nun ein neues Projekt an: Die
Restaurierung der „Heiligen in der Pfarrkirche“. Auf den folgenden Seiten
finden Sie die Fotos mit Kurzbeschreibung der Heiligen. Es geht in erster Linie
um eine Bestandssicherung, eine Verbesserung des Erscheinungsbildes, Festigung
der geschwächten Holzstrukturen (Holzschädlinge), Konsolidierung der gelockerten
Farb- und Metallfassung, u. a. durch Reinigung, Kittung und Retuschierung der
Wund- und Fehlstellen usw.
Eingang rechts:
Vorraum:
Heiliger Johannes von Nepomuk
Der
Gedenktag des Heiligen Johannes von Nepomuk ist am 16.
Mai.
Man findet ihn häufig dargestellt
als Brückenheiligen im Chormantel
mit Kreuz, Palme, Kranz und fünf Sternen.
Johannes
von Nepomuk wurde geboren um 1355 und wurde 1393 Generalvikar
des Erzbischofs von Prag.
In
Auseinandersetzungen zwischen König Wenzel und dem Erzbischof
wurde Johannes von Nepomuk am 20. März 1393 gefangen
genommen, gefoltert und in der Moldau ertränkt.
Vierzig
Jahre später wird bekannt, dass der König von Johannes von
Nepomuk den Bruch des Beichtgeheimnisses verlangt habe.
Johannes von Nepomuk wurde im Dom zu
Prag bestattet.
Sein
Grab war schon früh Mittelpunkt der Verehrung.
Ende des
17. Jahrhunderts verbreitete sich sein Kult über Böhmen, Österreich
und Deutschland bis hin zum Rhein.
Johannes
von Nepomuk ist Patron der Schiffer, Müller, Beichtväter,
Nische Taufkapelle:
Foto:
Bernhard Veit
Mater Dolorosa
Der
Gedenktag der Schmerzhaften Muttergottes ist der 15. September.
Dieses Fest wurde 1423 in der Erzdiözese Köln eingeführt.
Im
allgemeinen zählt man sieben Schmerzen Marias auf:
Darstellung
Jesu im Tempel, Flucht nach Ägypten, Auffindung im Tempel, Begegnung auf dem
Kreuzweg, Kreuzigung, Kreuzabnahme und Grablegung.
Als
Kreuzwegstation ist uns besonders die Szene bekannt:
Jesus wird vom Kreuz genommen und in den Schoß seiner Mutter gelegt.
Seitengang:
Heiliger Josef
Der
Gedenktag des Heiligen Josef ist der 19. März oder der 1. Mai als Patron der
Arbeit.
Der
Heilige Josef wird dargestellt mit Jesuskind auf dem Arm, als Zimmermann mit
Axt oder Säge.
Manche
Darstellungen zeigen ihn mit einem übergroßen Ohr, weil er derjenige war, der
auf das Wort Gottes gehört hat.
Er
wird als Patron der Kirche und der Familien verehrt.
Das Matthäusevangelium berichtet an einigen Stellen über den Heiligen Josef: Mt. 1,16 / 1,18-22;24 / 2,13 - 15

Heiliger Aloisius
Der
Gedenktag des Heiligen Aloisius ist am 21. Juni.
Er
wurde am 9. März 1568 geboren und war Page an den Fürstenhöfen. 1578 legte er
das Gelübde der Jungfräulichkeit ab und 1585 trat er bei den Jesuiten ein. Weil
sein Vater gegen den Eintritt ins Kloster war, verzichtete Aloisius auf sein
Erbe.
Bei
einer Pestepidemie pflegte er Kranke und erlag selbst der Seuche am 21. Juni
1591 in Rom. Sein Grab befindet sich in der Kirche San Ignaz.
Aloisius wird dargestellt in Pagentracht oder in Soutane und Rochett mit Kreuz oder Lilie.

Heiliger Raphael
Der
Festtag des Heiligen Raphael ist der 29. September gemeinsam mit Michael. Er
gehört zu den vier Erzengeln (Gabriel 24. März; Michael 29. September; und
Uriel).
Raphael
(hebr. = Gott heilt) erscheint in der Bibel als Bote Gottes.
(Tob.
Kap. 4-12) Er begleitet den jungen Tobias auf der Reise und schützt ihn vor
Gefahren. Den alten Tobit heilt er von seiner Blindheit.
Raphael wird dargestellt als Engel mit dem jungen Tobias an der Hand.
Seitlich vom Altar:
Foto:
Bernhard Veit
Heilige Elisabeth von Thüringen
Elisabeth
(hebr. =Gott ist ein Schwur d.h. ist Vollkommenheit und Fülle). Ihr Gedenktag
ist der 19. November.
Elisabeth
lebte von 1207-1231. Vier Jahre nach ihrem Tod wird sie bereits heilig
gesprochen.
Sie
wird dargestellt in fürstlichen Gewändern oder in schlichter Kleidung, Armen
die Füße waschend oder Almosen spendend mit einem Korb voller Rosen (Brotlegende).
Seitenaltar:

Foto:
Bernhard Veit
Heilige Familie
Das Fest der Heiligen Familie wird gefeiert am Sonntag
in der Oktav von Weihnachten. Wenn es keinen Sonntag bis Neujahr gibt, fällt
der Festtag auf
den 30. Dezember.
Nach
Lk. 2,22-40 wird Jesus eine Woche nach der Geburt zum Tempel gebracht um ihn
dem Herrn zu weihen.
Jeder
Erstgeborene in Israel war dem Herrn geweiht und musste durch ein Opfer
freigekauft werden.
Maria
und Josef bringen als Opfer ein Paar Turteltauben dar. Es ist das Opfer
der armen Leute.
Es
heißt dann weiter, dass sie nach Nazareth zurückkehren. Das Kind wuchs und Gott
erfüllte es mit Weisheit.
In
Nazareth führte Jesus das verborgenen Leben, er war arm wie seine Eltern. Er
erhält von ihnen alles was er zum Leben braucht, lernt sprechen, gehen,
beten und arbeiten.
Er hat in einer ganz normalen alltäglichen Familie gelebt.
Eingang links:
Vorraum links:
Heiliger Franziskus Xaverius
Der
Gedenktag des Heiligen Franz Xaver ist der 3. Dezember.
Franz
Xaver wurde 1506 geboren und schloss sich 1533 Ignatius von Loyola an. Er
empfing 1537 die Priesterweihe. Er half Ignatius beim Verfassen der Ordensregeln
der Gesellschaft Jesu (Jesuiten).
1541
fuhr Franz Xaver nach Indien und weiter
1549 nach Japan, wo er christliche Gemeinden gründete.1552 wollte er nach China
reisen, aber auf dem Weg dorthin starb
er am 3. Dezember 1552 auf der Insel Sancian.
Franz Xaver wird dargestellt in Jesuitenkleidung mit dem Kreuz in der Hand.
Vorraum rechts:
Heilige Anna Selbdritt
Der
Gedenktag der Heiligen Anna ist der 26. Juli, zusammen mit ihrem Mann Joachim.
Im
Protoevangelium des Jakobus wird uns von der Mutter Marias, der Heiligen Anna
(hebr. die Begnadete) und ihrem Vater Joachim berichtet.
Anna
gilt als Patronin der Mütter (Patrozinium in der Nachbargemeinde Erden).
Anna
wird häufig dargestellt zusammen mit ihrer Tochter Maria und dem Enkelkind Jesu,
wobei wir nicht wissen ob sie das Enkelkind noch gesehen hat.
Das Haupt Annas wird seit 1501 in Düren verehrt.
Seiteneingang:
Foto:
Bernhard Veit
Heilige Apollonia
Der
Gedenktag der Heiligen Apollonia ist am 9. Februar.
Die
Heilige Apollonia lebte im 3. Jahrhundert in Alexandrien und wurde bei einem
Christenprogrom schwer misshandelt. Ihr wurden die Zähne ausgeschlagen und man
drohte ihr mit dem Tod auf dem Scheiterhaufen. Sie stürzte sich schließlich
selbst ins Feuer.
Apollonia
wird als Patronin der Zahnärzte verehrt.
Sie wird dargestellt als jungfräuliche Märtyrin mit Palme, Zange und Zahn.

Heilige Luzia
Der
Gedenktag der Heilige Luzia ist der 13. Dezember.
Luzia
lebte in Syrakus (Sizilien). Früh legte
sie das Gelübde der Jungfräulichkeit ab. Ihr Bräutigam zeigte sie während der
Christenverfolgung Diokletians als Christin an. Die Legende erzählt, dass Luzia
nach grausamen Martern durch einen Schwertstich in den Hals getötet wurde.
Sie
wird dargestellt in Jungfrauentracht mit Palme oder Schwert und mit einer
Halswunde.
Besonders in den nordischen Ländern wird das Luziafest mit vielen Bräuchen festlich begangen.
Seitenaltar:
Foto:
Bernhard Veit
Madonna mit Sternenkranz
Die
Madonna mit Sternenkranz oder „Stella Maris“ (Stern des Meeres) genannt, wird
in der Offenbarung des Johannes erwähnt. (Off. 12,1-18)
Eine
Frau mit der Sonne bekleidet, der Mond unter ihren Füßen und ein Kranz von
zwölf Sternen auf ihrem Haupt.
Die
Frau ist Sinnbild für das Gottesvolk, die Kirche und für Maria.
In Kirchenliedern wie: Meerstern ich dich grüße... wird Maria als das Bild der „Stella Maris“ besungen.
Kanzeldeckel:
Foto:
Bernhard Veit
Jesus der gute Hirt
Im
Johannesevangelium wird Jesus als der Gute Hirte bezeichnet.
(Joh.
10,1-18)
Ich
bin der gute Hirt. Der gute Hirt gibt sein Leben hin für seine Schafe.
Oder
im Gleichnis vom verlorenen Schaf, dem Jesus nachgeht.
(Lk.15,3-7)
Bereits
im Alten Testament wird Gott als der gute Hirte im Psalm 23:
Mein Hirt ist Gott der Herr... gepriesen.
Eingang
Turm:
Über dem Toreingang:
Foto:
Bernhard Veit
Madonna
An
vielen Stellen der Bibel wird von Maria erzählt. Angefangen von der Verkündigung
und dem Besuch bei Elisabeth im Lukasevangelium. Weiter die Geburt bei Lukas
oder Matthäus.
Das Wiederauffinden des jungen Jesus im Tempel bei Lukas. Dann
Hochzeit zu Kana bei Johannes bis hin unter dem Kreuz.
In
der Offenbarung (Off. 12.1 – 18) ist die Rede davon, dass sie der Schlange den
Kopf zertritt.
Turm rechts:
Foto: Bernhard Veit
Heiliger Georg
Der
Gedenktag des Heiligen Georg ist der 23. April.
Georg
war Soldat im römischen Heer und wurde 304 enthauptet.
In
der Orthodoxen Kirche wird Georg als Erzmärtyrer verehrt.
Dargestellt wird Georg als Ritter, manchmal mit Pferd, manchmal ohne Pferd, dazu mit Schwert oder Lanze, die einen Drachen durchbohrt. Georg gehört zu den vierzehn Nothelfern, er ist der Nationalheilige Englands und der Patron der Pfadfinder.
Turm links:

Kreuzigungsgruppe
Die
Kreuzigungsgruppe im Turmraum der Kirche stammt wahrscheinlich aus dem Jahr 1634.
Alle
Evangelien beschreiben die Kreuzigungsszene.
Nur
das Johannesevangelium erzählt, dass Maria, die Mutter Jesu unter dem Kreuz
stand und bei ihr Johannes. (Joh. 19,25-27)

Markantes Beispiel:
Josef
Die Figur des Hl. Josef ist ein besonders markantes Beispiel
für eine grundlegende Notwendigkeit der Restaurierung der wertvollen
Barockfiguren, die äußerlich zwar noch recht gut aussehen, im innern jedoch zum
Teil im Holz stark angegriffen sind.
Die wertvollen Statuen sollen durch fachliche Bearbeitung
wieder in einen Zustand versetzt werden, dass sie die nächsten Jahrzehnte oder
Jahrhunderte überdauern können. „Tradition verpflichtet, das gilt früher wie
heute“ Helfen Sie mit, das Erbe unserer Väter zu erhalten. Sie können eine Patenschaft
oder auch eine Teilpatenschaft für Ihren Lieblingsheiligen übernehmen oder auch
über einen der drei (in jeder „Deutschordenskirche“, wie Rachtig eine war) aufgestellten
Hauptpatrone: die Gottesmutter Maria, die Hl. Elisabeth und der Hl. Georg, oder
sich durch Spenden an der Verwirklichung des Projektes beteiligen. (Spendenquittung
auf Wunsch). Vielen Dank!
Pfarrgemeinde St. Marien Rachtig
Verwaltungsrat
Pfr. Moritz stellv.
V. Rudi Stülb
Bankkonto: Pfarrgemeinde St. Marien Rachtig. Sparkasse Mittelmosel,
BLZ 58751230 Konto-Nr. 63982